Gestalttherapie

Gestalttherapie ist ein tiefenpsychologisch begründetes, ganzheitliches Therapieverfahren, welches Wachstum der Persönlichkeit und Erweiterung persönlicher Grenzen anstrebt. Gestalttherapie stellt Gefühle und deren konkreten Ausdruck in den Mittelpunkt. Der therapeutische Prozess ist auf Bewusstheit und Sinnfindung angelegt. Gestalttherapeutisches Arbeiten erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Person, mit dem Ziel, sich selbst besser zu erkennen und verschüttete Potentiale zu aktivieren. Alle für den therapeutischen Prozess wesentlichen Informationen werden nicht nur im Gespräch, sondern auch z.B. durch die Körperhaltung, die Sprechweise, oder durch die Gestik erlebbar. Daher bezieht Gestalttherapie auch das Experimentieren mit dem nonverbalen Ausdruck mit ein, so dass auch unbewusste Inhalte oder Blockaden unmittelbar erlebt und anschließend integriert werden können. Durch kreative Medien können neue Ausdrucksmöglichkeiten für Strukturen einer Lebenssituation gewonnen werden. Hierzu zählen Naturmaterialien, Symbole, Bildnerische Mittel (Malen, Collagen, Tonarbeiten) und Körperarbeit (Bewegung,  Skulpturen, Tanz). In der jeweiligen Ausdrucksform eines Mediums wird bisher Unsichtbares sichtbar, Leises hörbar und Sprachloses gesprächig.

Gestalttherapie unterscheidet nicht zwischen "normal" und "unnormal". Menschen mit ihren Problemen sind nicht ohne Grund so, wie sie sind. Sie bilden mit ihrem Verhalten häufig eine sinnvolle und kreative Schutzreaktion auf belastende Lebenserfahrungen. Die mit dieser Sichtweise verbundene Haltung achtet und respektiert den Menschen und seine Schwierigkeiten. Gestalttherapie will daher ermutigen, in die Richtung der eigenen Strömung zu steuern, anstatt sich dagegen zu erschöpfen. Folglich kann man nur anders werden, wenn man - vollständig - wird, was man ist.



"Erkenne, wer Du im Kern Deines Wesens bist,
und dann werde es."

Pindar